Das "kleine Einmaleins der Sicherheit"

(wec) Das „kleine Einmaleins der Sicherheit“ vermittelten Mitglieder der drei gemeindlichen Feuerwehren den interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Berggasthof. Claudia Schindler, die Vorsitzende der FU Ebermannsdorf, die zu diesem Infoabend geladen hatte, begrüßte dazu die Fachleute, Cornelia Bäuml, 1. Kommandantin der FF Diebis, und Roland Kolbeck, 1. Kommandant der FF Ebermannsdorf, die zunächst theoretische Brandschutztipps gaben, sowie Thomas Fasold, 2. Kommandant der FF Pittersberg, der beim abschließenden praktischen Teil mit Rat und Tat zur Seite stand.
Cornelia Bäuml beleuchtete insbesondere den häuslichen Bereich und hier vor allem die Küche und ihre Gefahren. Laut Statistik brennt es pro Jahr 230.000 Mal, 60.000 Verletzte und 600 Tote sind bei diesen Vorfällen zu beklagen. Wobei zwei Drittel der Toten nicht durch das Feuer selbst, sondern durch die giftigen Rauchgase ums Leben kommen. In der heutigen Zeit sind diese Gase durch den hohen Anteil an Kunststoffen im Haus noch schlimmer, als früher. 70 Prozent der Toten kommen nachts um, da auch die Sinnesorgane „schlafen“ und man innerhalb kürzester Zeit von dem ins Schlafzimmer eindringenden Rauch bewusstlos wird.

Die Feuerwehrfrau berichtete von zahlreichen Fällen aus der Praxis und gab Hinweise, wie derartige Brände verhindern könnten. Oberste Priorität hat auch im Privathaushalt der handelsübliche Rauchmelder, der in allen relevanten Räumen angebracht, durch ein äußerst penetrantes Geräusch bereits bei der kleinsten Rauchentwicklung anschlägt und dadurch Leben retten kann. Als vorbeugende Maßnahme für den Ernstfall sei es empfehlenswert, die wichtigsten Dokumente und einen Hausschlüssel griffbereit zu deponieren, um im Fall des Falles zumindest diese Unterlagen zu haben. Das Absetzen des Notrufs und die Rettung von Menschenleben habe natürlich oberste Priorität, so die Kommandantin.

Roland Kolbeck gab einen Überblick über die verschiedenen Modelle von Feuerlöschern und deren Handhabung. In manch altem Haus seien davon schon einige zu historischen Reliquien ohne praktischen Nutzen mutiert. Jeder Hauseigentümer müsse regelmäßig das Haltbarkeitsdatum seines Feuerlöschers kontrollieren und ihn, wenn nötig, von einem Fachmann inspizieren lassen. Uralt-Modelle müssen über den Sondermüll entsorgt werden. Von gut gemeinten Spenden der Antiquitäten an die Feuerwehr „für Übungszwecke“ möge man Abstand nehmen, da auch hier die Teile kostenpflichtig entsorgt werden müssten. Zur Kontrolle der Feuerlöscher genüge es nicht, sie zu schütteln und nach dem Hören von Geräuschen mit dem Kopf zu nicken und dafür Geld zu kassieren. Vielmehr müsse bei einer korrekten Kontrolle der Inhalt komplett entnommen und wieder in einen funktionsfähigen Zustand versetzt werden. Adressen von Fachleuten für eine professionelle technische Überprüfung können über die Feuerwehren erfragt werden.

Insgesamt empfahlen die Feuerwehrkommandanten für das Privathaus einen Schaumlöscher, da der nicht „so viel Dreck macht“, wie ein Pulverlöscher. Auch Geräte mit dem Lösungsmittel Kohlendioxid sei überaus empfehlenswert, da es Brände komplett rückstandsfrei lösche.

Bei der anschließenden praktischen Übung auf dem Feld vor dem Berggasthof konnten die Teilnehmer unter den Augen der Feuerwehrfachleute das gezielte Löschen einer Brandstelle mit dem Feuerlöscher trainieren.

 

 

Bilder: Wendl

 

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